Über LosslessCut
LosslessCut ist eine Video- und Audio-Schnittanwendung aus der Feder von Mikael Finstad. Sie legen damit die zu behaltenden oder zu entfernenden Segmente fest und exportieren anschließend, wobei das Kopieren bereits komprimierter Streams bevorzugt wird. In der Kategorie für Windows leistet sie vor allem beim Aufräumen langer Aufnahmen, beim Herauslösen einzelner Passagen und beim Vorbereiten von Dateien für die spätere Bearbeitung gute Dienste. Grundlage der Arbeitsschritte ist FFmpeg, während die Oberfläche das Medium und die Segmentgrenzen anzeigt.
Streams ohne Neukodierung zu kopieren erspart mitunter die vollständige Bildverarbeitung, bringt aber Grenzen mit sich. Bei manchen Codecs richtet sich ein sauberer Schnitt nach der Lage der Keyframes und nach dem gewählten Exportmodus. Ebenso wirken sich das Containerformat und die behaltenen Spuren auf das Resultat aus. Man sollte LosslessCut deshalb nicht als vollwertigen Editor darstellen, der beliebige Effekte ganz ohne Bildverarbeitung aufbringt. Für diese Seite gilt als Windows-Referenz das stabile x64-Archiv. Das Projekt weist auf ein konkretes Problem im gleichnamigen ARM64-Paket derselben Version hin; dessen Hinweise sollten nicht mit denen des hier beschriebenen x64-Pakets vermengt werden.
Segmente einrichten, bevor der Export startet
Laden Sie Ihre Datei und finden Sie die Passagen, die erhalten bleiben sollen. Setzen Sie die Grenzen jedes Segments und gehen Sie anschließend Reihenfolge und Benennung durch. Eine aufgeräumte Liste hilft, mehrere Auszüge aus derselben Aufnahme vorzubereiten. Erproben Sie vor einem langen Export ein kurzes Segment, das einen wichtigen Übergang enthält. Schauen Sie sich Anfang und Ende der erzeugten Datei an, nicht bloß die Vorschau im Programm. Schon ein Versatz von wenigen Sekunden kann den Sinn einer Erklärung verfälschen oder ein Wort abschneiden. Behalten Sie das Ausgangsmedium, um die Grenzen neu zu setzen, ohne sich allein auf bereits exportierte Dateien oder deren Namen zu verlassen.
Verstehen, wie Keyframes genaue Schnitte bestimmen
Ein komprimierter Videostream enthält nicht zu jedem Zeitpunkt ein vollständig eigenständiges Bild. Ein Teil der Bilder entsteht erst aus anderen Informationen. Ein per reiner Kopie gesetzter Schnitt muss diesen Aufbau berücksichtigen. Je nach gewähltem Modus rückt der exportierte Anfang an einen Keyframe heran, statt genau mit dem gewünschten Punkt zusammenzufallen. Prüfen Sie das Ergebnis an Ihrer eigenen Datei und orientieren Sie sich an den Hinweisen des Programms. Optionen mit anderer Genauigkeit sind mitunter an Bedingungen geknüpft oder erfordern zusätzliche Verarbeitung. Versprechen Sie daher keinen bildgenauen Schnitt, ohne Codec und Methode geprüft zu haben.
Die passenden Spuren und den richtigen Container wählen
Eine Datei kann mehrere Audiospuren, Untertitel und Metadaten bündeln. Wählen Sie gezielt die zu behaltenden aus, statt anzunehmen, eine Erweiterung fasse den gesamten Inhalt zusammen. Der Ausgabecontainer muss die ausgewählten Streams zulassen. Das bloße Ändern der Erweiterung wandelt keinen inkompatiblen Codec um. Testen Sie die Datei im vorgesehenen Player und kontrollieren Sie Sprache, Untertitel und Synchronität. Wenn Sie mehrere Fassungen für verschiedene Empfänger vorbereiten, vergeben Sie eigene Namen und notieren die behaltenen Spuren. So verschicken Sie keinen bildlich einwandfreien Auszug, der jedoch eine unpassende Tonspur mitführt.
Dateien nach Prüfung der Kompatibilität zusammenfügen
Das Zusammenfügen von Segmenten oder Dateien hängt von deren Eigenschaften ab. Videos, die sich ähneln, können auf abweichenden Codecs, Abmessungen oder Einstellungen beruhen. Vergleichen Sie vor der Bearbeitung einer ganzen Reihe einige Dateien und prüfen Sie ein kurzes Ergebnis. Ein Vorgang ohne Neukodierung räumt nicht von selbst alle Unterschiede zwischen den Quellen aus. Prüfen Sie zudem Kapitel und gespeicherte Angaben, falls der Empfänger darauf angewiesen ist. Sobald das Projekt Übergänge, Titel oder ein Compositing über mehrere Spuren verlangt, ist eine Schnittsoftware oft besser geeignet. Pflegen Sie eine einfache Methode, um jeden Export den verwendeten Quellen zuzuordnen.
Die passende Windows-Distribution entpacken
Das offizielle Repository stellt ein 7z-Archiv für Windows x64 bereit. Entpacken Sie das Paket vollständig in einen Ordner, bevor Sie die ausführbare Datei starten. Für diesen Schritt eignen sich 7-Zip oder PeaZip. Greifen Sie nicht zu einer APPX-Datei, die die Projektanleitung ausdrücklich als unbrauchbar kennzeichnet. Die stabile Version 3.69.0 trägt außerdem einen Hinweis zu FFmpeg in ihrem Windows-Paket ARM64; diese Seite stellt dieses Paket nicht als funktionsgleiche Alternative dar. Lesen Sie die Versionshinweise und bestimmen Sie die Architektur Ihres Rechners. Ältere Windows-Ausgaben unterliegen anderen Supportgrenzen als die heutigen Windows-Systeme.
Zwischen Schneiden, Bearbeiten und Konvertieren entscheiden
Shotcut und VEGAS Pro dienen dem Aufbau einer Montage mit Spuren, Effekten und Rendering. Movavi Video Converter deckt die Formatkonvertierung ab, während VLC media player ein Ergebnis in einem gesonderten Player prüfen lässt. LosslessCut setzt auf das Vorbereiten von Segmenten und Streams, wenn Sie eine unnötige Neukodierung vermeiden wollen. Das richtige Werkzeug ergibt sich somit aus der angestrebten Änderung. Den Anfang einer Aufnahme zu entfernen ist etwas anderes, als einen Titel hinzuzufügen oder sämtliche Abmessungen zu ändern. Testen Sie ein aussagekräftiges Beispiel und vergleichen Sie die tatsächlich erzielte Genauigkeit, Kompatibilität und Verarbeitungszeit.
Wichtigste Funktionen
- Markieren der zu behaltenden oder zu verwerfenden Segmente.
- Export mit Vorrang für das Kopieren kompatibler Streams.
- Anpassen der Schnittgrenzen anhand der vorhandenen Schlüsselbilder.
- Auswahl der Audiospuren und Untertitel.
- Erstellen mehrerer Auszüge aus ein und derselben Quelle.
- Zusammenführen von Dateien gemäß ihrer technischen Kompatibilität.
- Prüfen der Merkmale vor den Exportvorgängen.
- Windows-x64-Distribution als entpackbares Archiv.
Systemanforderungen
Windows 10 oder 11, x64; Windows 8.1 und ältere Versionen werden nicht unterstützt. Mindestwerte für RAM und Speicherplatz sind nicht bestätigt.
Installation
- Öffnen Sie die stabile Version aus dem offiziellen Repository und laden Sie LosslessCut-win-x64.7z für ein kompatibles Windows x64 herunter.
- Entpacken Sie das gesamte Archiv mit 7-Zip oder einem anderen kompatiblen Tool in einen zugänglichen Ordner.
- Führen Sie LosslessCut.exe in diesem Ordner aus und lassen Sie die anderen Dateien im Paket an ihrem Platz.
- Öffnen Sie ein kurzes Testvideo, legen Sie ein Segment fest und überprüfen Sie die exportierte Datei in Ihrem Player.